DCM
DCM ist eine Herzmuskelerkrankung, deren Ursprung noch nicht zweifelsfrei geklärt wurde. Es wird allerdings eine genetische Ursache vermutet, wobei auch eine Schilddrüsenunterfunktion zu einer DCM führen kann. Bei der Kardiomyopathie weitet sich das Herz und schlägt dadurch schwächer, wodurch der Blutdruck sinkt. Der Körper versucht daraufhin mit verschiedenen Kompensationsmechanismen das Blutvolumen zu erhöhen und dem niedrigen Blutdruck entgegenzuwirken. Dies gelingt zwar, jedoch kann das Herz mit der Mehrbelastung nicht fertig werden. Es kommt irgendwann zum Herzversagen.
Die okkulte Phase dieser Erkrankung wird von Herzrhythmusstörungen begleitet. Rund ein Drittel der betroffenen Hunde stirbt in dieser 2-3 Jahre andauernden Phase, und dies meist, ohne irgendwelche Krankheitsanzeichen vorher gezeigt zu haben. Einige fallen beim Spazierengehen einfach plötzlich tot um. Das Fehlen von Symptomen macht die Krankheit so heimtückisch und eine frühe Diagnose meist unmöglich. Selbst wenn DCM entdeckt wird, überleben die betroffenen Hunde oft nur noch wenige Monate.
Um die Überlebenschancen zu verbessern und Kardiomyopathie frühzeitig zu erkennen, empfehlen sich regelmässige Kontrolluntersuchungen mittels Langzeit-EKG (auch Holter-EKG oder 24-Stunden-EKG genannt) für alle Dobermänner. Am besten in Kombination mit einem Herzultraschall. Eine Heilung ist allerdings nicht möglich, jedoch kann eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, welche die Lebensqualität des Dobermanns verbessern und sein Leben verlängern soll, indem das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt wird. Dennoch werden Hunde mit DCM selten älter als 7 Jahre. Rüden sind etwas häufiger von DCM betroffen als Hündinnen. Da eine genetische Ursache vermutet wird, sind einige Züchter dazu übergegangen, nur noch Deckrüden einzusetzen, die ein schönes Alter erreicht haben (8 Jahre und älter) und auch Hündinnen werden nicht zu früh gedeckt. Durch die Verpaarung „älterer“ Dobermänner, deren jährliche Herzuntersuchungen stets unauffällig waren, soll die DCM weitestgehend vermieden werden.